Doch bereits am Donnerstag traf um 12.00 Uhr ein Paket aus Deutschland ein .. um 14.Uhr waren Mantel und Schlauch auf der Felge ,das Zelt,Kocher usw. verpackt und Ich wieder auf Piste. Von Skjolden fuhr ich am Lustrafjorde über Sogndal nach Leikanger. Um die verlorenen 4.Tage wieder aufzuholen wollte ich am nächsten Tag von hier aus die Expressfähre nach Bergen nehmen.Selbige entpuppte sich dann als schnittiger Katamaran der den Sognefjord mit 60 km/h durchpflügte. Auf halber Strecke nach Bergen entschied ich mich dann spontan, ob des guten Wetters und der tollen Schärenlandschaft bereits in Rysjedalsvika -am Ende des Sognefjords - auszusteigen. Auf der Fähre, die mich zur anderen Seite des Sognefjords bringt, treffe ich einen Amerikaner der mit MTB und BobYak unterwegs ist und sich bewundernd über mein Kartenmaterial äußert. Auf meine Rückfrage mit was er denn fährt ,kramt er dann eine 1:1000000 Karte hervor und ich verstand. Von dem Fähranleger fuhr ich dann noch 22 km bis Botnen, wo ich einen schönen Campingplatz mit Sicht auf den Fjord und die ein und auslaufenden Kreuzfahrtschiffe fand.







Am nächsten Tag lagen dann knapp 100km Strecke bis nach Bergen vor mir. Am Anfang noch recht gebirgig, wandelte sich die Landschaft nach der Fährüberfahrt über den Fensfjord in eine sanfte Hügellandschaft.Gegen Abend erreichte ich dann die Brücke bei Knarvik und hier unterlief mir dann, bei einsetzenden stömenden Regen, mein erster Navigationsfehler: Ich verpaßte die Ausfahrt zur zweiten Brücke und fuhr Erstmal 20 km in die falsche Richtung. Nachdem ich die zweite Brücke schließlich gefunden hatte ,die letzten Anhöhen überwunden hatte und mich in Bergen bis zum Zentrum durchgefragt hatte, erreichte ich schließlich um 2.Uhr Morgens des nächsten Tages das Zentrum von Bergen, wo ich mich dann sogleich im erstbesten Hotel einquartierte.Die Stadt an sich ist Sehenswert, machte aber ihrer Wetterstatistik alle Ehre. Ein Norweger flachste einmal, daß man in Bergen das Lied ?It never Rains in California" in ?It ever Rains in Bergen" umgetextet haben soll.



Nach einem Tag zur Erholung und Sightseeing fuhr ich weiter nach Süden und nahm die Fähre zur Insel Huftaroy wo das Wetter sogleich besser wurde und eine hügelige ?irisch" anmutende Landschaft tat sich mir auf. Nach Durchquerung der Insel setzte ich mit der Fähre zur Insel Stord über wo ich in Leirvik zeltete. Von der Insel Stord ging es über zwei Hängebrücken zur Halbinsel Karmoy ,auch hier fand sich die steinig hügelige Schärenlandschaft. Nach einer letzten Übernachtung in Haugesund und der Fähre über den Boknafjord ereichte Ich schließlich Stavanger, eine nette Hafenstadt mit Internationalem Flair und jeder Menge Pubs und Nachtaktivitäten.In Stavanger erkundigte ich mich nach den Möglichkeiten für die Rückfahrt nach Oslo. Es gab derer Drei: ein Expressbus über die Hardangervidda nach Oslo, ein Bus und eine Bahnverbindung entlang der Küste.Ich entschied mich für den Expressbus, der interessanteren Route wegen. Den Busfahrer mußte Ich allerdings erstmal davon überzeugen das ein Liegerad auch ein Fahrrad ist. Im ersten Moment stand er nur davor und stammelte immer kopfschüttelnd "No", was ich mit einem verbindlichen "Yes" beantwortete. Schließlich verfrachtete er das Rad dann doch in den Laderaum und eine lohnenswerte Fahrt über die diverse Serpentinen begann. Auf halber Strecke wurde noch einmal umgestiegen und am späten Nachmittag erreichte ich dann Oslo wo ich noch einmal zeltete.Am nächsten Morgen brauchte ich das Rad dann nur noch vom Hochgelegen Zeltplatz herunterrollen lassen und stellte mich - viel zu früh - bei der Fähre auf.Da erst sämtliche Trailer und LKW in den Bauch der Fähre mußten, dauerte es einige Stunden bis Ich mein Rad unterbringen konnte. Die Rückfahrt war dann recht angenehm, vor allem deshalb weil die Radabteile in der Bahn diesmal nicht Überfüllt waren.



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Die Tour im Überblick:
12.7. Anfahrt mit IC und RE nach Kiel über Hamburg.Fährüberfahrt nach Oslo
13.7. Ankunft mit der Fähre in Oslo.1.Etappe nach Honefoss 71,92km
14.7. 2.Etappe von Honefoss nach Dokku 114,24km
15.7 3.Etappe von Dokku nach Vingrom (kurz vor Lillehammer) 50,08 km
16.7 4.Etappe von Vingrom nach Skie(Anfang Peer-Gynt-Radweg) 58,69km
17.7. 5.Etappe von Skie nach Sjoa(nähe Otta) 80,41km (Mit Peer Gynt Radweg und anschließender Abfahrt nach Harpefoss)
18.7. 6.Etappe von Sjoa nach Lom 76,92 km
19.7. 7.Etappe von Lom über Jotunheimen nach Skjolden 84km(mit Sicherheit die schönste Etappe wenn auch am Ende ein Malheur passierte: bei der Abfahrt über die Serpentine nach Skjolden überhitzte die 20" Felge was zum Reifenplatzer führte, der mit Mantelflicken nicht reparabel war.)
20.7. 1.Tag Zwangspause Skjolden (sonntag - Frust)
21.7. 2.Tag Zwangspause Skjolden (montag mantel bestellt - Expresslieferung zugesagt -Optimismus -Rest des Tages Gewandert)
22.7. 3.Tag Zwangspause Skjolden (fahrt mit dem Bus nach Sogndal -BMX reifen gesehen)
23.7. 4.Tag Zwangspause Skjolden (wandertag)
24.7. Mantel trifft um 12.Uhr ein, 14.Uhr: Start 8.Etappe von Skjolden nach Leikanger 84,45km
25.7. Fähre Leikanger-Bergen - steige jedoch wegen Schönen Wetter und Landschaft spontan am Ende des Sognefjords aus. FähreRysjedalsvika-Rutledal. 9.Etappe Fahrt nach Campingplatz Botn 22,76km
26.7. 10.Etappe Botn-Bergen 148,20km - Start 10uhr Ankunft Bergen 2.uhr Nachts. (eigentlich eine 100km Etappe dich ich durch eine üblen Schnitzer um 48 km erweitert habe)
27.7. Pause in Bergen
28.7. 11.Etappe Bergen-Leirvik 100,65km
29.7. 12.Etappe Leirvik-Haugesund 76,03km
30.7. 13.Etappe Haugesund-Stavanger 59,71km
31.7. Busfahrt von Stavanger nach Oslo
1.8. Fähre nach Kiel
2.8. Rückfahrt RE und IC nach Hannover
Kosten und Preise:
Bahnverbindung Hannover-Kiel mit IC und RE (hin- und zurück) 70,-Euro komplett
Fährpassage Kiel-Oslo (hin- und zurück) 2x144,- Euro = 288,- Euro ( Übernachtung im Schlafsessel)
Hotelübernachtungen(Einzelzimmer): in Skei 855,- Kronen (mit üppigen Abendbuffet - Hotel Gausdal Hoifjellshotell)
in Bergen 400,-Kronen (Hotel Dreggen)
in Stavanger 700,-Kronen (Hotel Skagen Brygge)
Zeltplätze zwischen 60-100 Kronen die Nacht
Expressfähre Leigkanger-Bergen 475,-Kronen
Kürzere Fährüberfahrten zwischen Inseln und über Fjorde 15-30 Kronen
Restaurantbesuch ( China Restaurant in Bergen ) 213,- Kronen (1xGrapa Soda,1xSuppe,1xHauptgericht)
Express-Busverbindung Stavanger-Oslo 870,-Kronen
Meine Ausrüstung:
- Reiseliegerad HP Velotechnik Streetmachine GT (mit anderem Kurbelsatz - 48/38/24 )
- Taschen 2x Ortlieb BikePackerLight, 2x Ortlieb Back Roller Light, 1xRack Pack M Light, 4xOrtlieb Aussentaschen (zusammen 118 Liter Gepäckvolumen)
- Zelt Hilleberg Niak, Schlafsack Agungilak Kompakt, Thermarest Matte
- Kocher Trangia Klein
- Foto Ricoh FF-700
insgesamt 22 kg Gepäck
Was mir auf dieser Tour besonders gefallen hat:
- Die komplikationslosen Fährüberfahrten nach und von Norwegen
- Das Wetter..über 3 Wochen hinweg meistens Sonnig..Glück gehabt..
- Die gut ausgebauten Strassen in Norwegen
- Rücksichtsvolle (Norwegische) Autofahrer die beim Überholen immer auf die andere Strassenseite wechseln oder hinter dem Rad warten bis dies möglich ist.
- Schöne, gut ausgestattete Campingplätze
... und natürlich die herrliche Landschaft
Was ich vermißt habe:
- Einen Wasserfilter ( Ich mag nunmal keine Bachflohkrebse)
- Eine Scheibenbremse für mein 20" Vorderrad (für 10% Serpentinenabfahrten )
- Mehr Auswahl in den Norwegischen Supermärkten (in den meisten gab es genau eine Sorte Nudel: Spaghetti)
- Ein paar Wochen mehr Zeit